79 Prozent aller befragten Unternehmen sagen, dass die steigenden Energiepreise bereits jetzt ihre Wirtschaftlichkeit negativ beeinflusst. Nur zehn Prozent betreffen die steigenden Preise nicht. Interessant ist zudem, dass grosse Unternehmen nach eigenen Angaben unter den steigenden Energiekosten stärker leiden als kleine und mittelständische Firmen.
Zwei Drittel der Befragten (65%) gehen davon aus, dass sich der Preisanstieg langfristig negativ auf ihr Unternehmen auswirken wird, wenn sich der Trend fortsetzt. Dass dies der Fall sein wird, ist für gut ein Drittel der Unternehmen wahrscheinlich: 36 Prozent gehen davon aus, dass Energiekosten in den nächsten drei Jahren signifikant steigen. Weitere 42 Prozent erwarten eine moderatere Steigerung. Zudem rechnen 87 Prozent der Befragten auch in Zukunft mit kurzfristigen drastischen Anstiegen der Energiekosten.
Gefragt nach den Entwicklungen am Energiemarkt, die ihrem Unternehmen den grössten Schaden zufügen, geben mehr als die Hälfte (58%) steigende Preise aufgrund geringer werdenden Energiereserven an. Danach folgt die Knappheit von Erdöl und Erdgas aufgrund fehlender Importe (30%). Nur weniger als ein Drittel (28%) sorgt sich um steigende Investitionskosten aufgrund strengerer Energieauflagen durch das Europäische Parlament.
Was können Unternehmen tun?
Unternehmen haben ebenso wie Privatpersonen wenig Handlungsspielraum, die Preise zu beeinflussen. Die Unternehmen müssen das Problem also selbst in die Hand nehmen und individuelle Lösungen suchen. Zum Beispiel nutzen bereits gut ein Drittel (37%) der Unternehmen Strom aus eigener Erzeugung – etwa aus Solarpaneelen auf dem Firmengelände. 32 Prozent haben in ihren Verträgen mit Öl-, Gas- oder Stromanbietern Sonderkonditionen ausgehandelt. Vor allem grosse Unternehmen ab 500 Mitarbeitern nutzen diese Optionen besonders häufig (45%).
Konkret wurden in Unternehmen folgende Massnahmen bereits am häufigsten getroffen:
- 80% - Ersetzen aller Leuchtmittel durch LEDs
- 68% - Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema Energiesparen
- 66% - Verbesserung der Gebäudeisolierung
- 59% - Automatisierung der Beleuchtung
Hürden zu einem energieeffizienteren Unternehmen überwinden
Anhand dieser Aufstellung wird deutlich, dass die meisten Unternehmen bereits die leicht umzusetzenden und konkreten Aufgaben in Angriff genommen haben. Zum Beispiel haben 80 Prozent bereits Massnahmen ergriffen, um Leuchtmittel durch stromsparende LEDs zu ersetzen, und mehr als die Hälfte der Unternehmen (47%) sehen in diesem Bereich ihre Umstellung als abgeschlossen an. Andere Massnahmen, die in der Umsetzung komplexer sind, haben sich dagegen in Unternehmen noch nicht weitläufig durchgesetzt. So werden das Ersetzen alter Maschinen durch neue effizientere Maschinen oder die Einführung eines Energie-Management-Systems zwar als erwägenswerte Optionen gesehen, um Energie zu sparen, wurden jedoch noch nicht so häufig umgesetzt.
Eine der grössten Hürden für Unternehmen ist, dass Energiesparen ein komplexes Thema ist (28%). Für sie ist es schwierig, die Vorteile einzelner Massnahmen abzuschätzen, und es fehlt an leicht zugänglichen Anwendungsbeispielen. Was sind die richtigen und effizientesten Massnahmen? 29 Prozent der Befragten wissen bei dieser Frage nicht weiter.
Eine weitere Hürde ist fehlendes Budget (32%). Gerade, wenn es um grössere und umfassendere Investitionen wie etwa smarte Gebäudeautomatisierungslösungen geht, wird der hohe Anschaffungspreis zum unüberwindbaren Hindernis.
„Unternehmen stehen heute an einem entscheidenden Punkt“, schlussfolgert Holger Engelbrecht, Product Manager Tools & Lighting von reichelt elektronik. „Die ersten Schritte zu einem energieeffizienteren Betrieb sind bereits gemacht. Nun stehen die nächsten Herausforderungen an, die Unternehmen grössere Investitionen und tiefergreifende Veränderungen in ihrem Energiemanagement abverlangen. Gleichzeitig können wir die jetzige Situation als Weckruf verstehen. Über kurz oder lang werden wir effizienter mit unseren Energieressourcen umgehen müssen.“